Präsentation der Ergebnisse des Wettbewerbs EUROPAN E18 für das Planungsgebiet Regensburg Nord

Was wir vom EUROPAN-Wettbewerb für den Regensburger Norden lernen können
Am 17. Juni 2026 stellte die Stadt Regensburg im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung die Ergebnisse des internationalen Planungs- und Architekturwettbewerbs EUROPAN E18 für das Planungsgebiet Nord vor. Die Veranstaltung bot Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich frühzeitig über eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre zu informieren und eigene Perspektiven einzubringen.
Ein besonderes Highlight waren die Präsentationen der drei Finalisten-Teams. Sie zeigten eindrucksvoll, wie ein neuer Stadtteil für bis zu 9.000 Menschen aussehen könnte – nachhaltig, lebenswert und zukunftsfähig.
Gemeinsamkeiten, die Mut machen
Ob erster Preis „zam wachsn“, der Anerkennungspreis „GreenCityPuzzle“ oder die lobende Erwähnung „Regensburger Nordstern“ – alle drei Entwürfe haben sich intensiv mit den örtlichen Gegebenheiten auseinandergesetzt und bemerkenswerte Gemeinsamkeiten aufgezeigt.
Statt dichter Bebauung und autogerechter Strukturen stehen großzügige Grünflächen, Parks und Gemeinschaftsbereiche im Mittelpunkt. Unterschiedliche Gebäudetypologien schaffen Vielfalt und ermöglichen verschiedene Wohnformen. Nur einzelne höhere Gebäude setzen Akzente.
Ein wichtiges Thema bei allen drei Konzepten war die Mobilität neu zu denken. Anstelle von Durchgangsstraßen setzen die Entwürfe auf Mobilitätshubs, gute ÖPNV-Anbindungen sowie kurze Wege im Sinne der 15-Minuten-Stadt. Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit sollen nah beieinander liegen und so ein lebendiges Miteinander fördern.
Mehr als Wohnraum
Die vorgestellten Konzepte zeigen, dass Stadtentwicklung heute weit mehr bedeutet als die Schaffung von Wohnraum. Es geht um Lebensqualität, Klimaanpassung, soziale Begegnung und die Frage, wie Menschen künftig zusammenleben wollen.
Alle drei Teams haben gezeigt, dass Dichte und Lebensqualität kein Widerspruch sein müssen. Im Gegenteil: Grünräume, gemeinschaftliche Orte und vielfältige Nachbarschaften können die Grundlage für eine moderne, soziale und nachhaltige Stadt bilden.
Frühe Beteiligung als Chance
Wichtig für die Stadtgesellschaft war auch der Zeitpunkt der Veranstaltung. Die Bürgerbeteiligung findet in einer sehr frühen Phase statt. Dadurch entsteht die Möglichkeit, Ideen, Anregungen und Bedürfnisse der Menschen frühzeitig in die weitere Planung einzubeziehen.
Die präsentierten Entwürfe sind keine fertigen Baupläne, sondern Zukunftsbilder. Sie geben eine Richtung vor und zeigen, welches Potenzial im Regensburger Norden steckt.
Nach meinem Eindruck wurde deutlich: Die Entwicklung eines neuen Stadtteils ist nicht nur eine bauliche Aufgabe. Sie ist auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Die vorgestellten Konzepte machen Mut, dass hier ein Ort entstehen kann, der ökologische Verantwortung, soziale Begegnung und moderne Mobilität miteinander verbindet.
Ich bin gespannt, welche Ideen aus dem EUROPAN-Wettbewerb ihren Weg in die weitere Planung finden werden.
Quellen: Stadt Regensburg, EUROPAN E18 – Foto Jacqueline Heimgärtner
Mehr Informationen zum Wettbewerb und dem Regensburger Stadt Norden findet man hier: