Farbige Postkarten von der Stiftung Baukultur
Lange Tafel der Baukultur

Die lange Tafel der Baukultur in Regensburg am Neupfarrplatz platziert direkt vor dem Kaufhof

Foto der Baukultur-Tafel vor dem Regensburger Kaufhof
Lange Tafel der Baukultur in Regensburg Neupfarrplatz

Gemeinsam Räume gestalten

Am 19. Juni 2026 wurde der Regensburger Neupfarrplatz für einen Abend zu einem Ort des Austauschs, der Begegnung und der Ideen. Im Rahmen der bundesweiten Initiative „Lange Tafel der Baukultur“ der Bundesstiftung Baukultur kamen Bürgerinnen und Bürger, Architektinnen und Architekten, Stadtplaner, Kreative und Interessierte zusammen, um über die Zukunft unserer gebauten Umwelt ins Gespräch zu kommen.

Im Mittelpunkt der Regensburger Veranstaltung stand ein Ort, der viele Menschen bewegt: das ehemalige Kaufhof-Areal. Unter dem Motto „WHAT THE KAUFHOF…?“ lud der Architekturkreis Regensburg gemeinsam mit der Initiative UNSER.STADT.RAUM dazu ein, über neue Nutzungsmöglichkeiten und die Zukunft der Innenstadt nachzudenken.

Baukultur lebt vom Dialog

Eine lange weiße Tafel direkt vor dem Kaufhof wurde zum Symbol für das, was Baukultur ausmacht: Menschen zusammenbringen, Perspektiven austauschen und gemeinsam Zukunft gestalten. Zwischen Gesprächen, Broschüren und spontanen Begegnungen wurde deutlich, dass Baukultur weit mehr ist als Architektur. Sie betrifft die Frage, wie wir leben, arbeiten und unsere Städte entwickeln wollen.

Besonders gefallen hat mir der offene Charakter der Veranstaltung. Jeder konnte seine Ideen auf einer Ideenwand festhalten und sich an der Diskussion beteiligen. Über QR-Codes wurden Anregungen gesammelt und die Frage gestellt, wie das leerstehende Kaufhaus und der Neupfarrplatz künftig genutzt werden könnten.

Kreative Räume sind Zukunftsräume

Mit ins Leben gerufen wurde dieser Abend von meiner Kollegin aus dem Beirat des BLVKK, Stephanie Reiterer. Als Leiterin der Sachabteilung „Creative Spaces“ beim Bayerischen Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt sie sich intensiv mit der Frage, wie kreative Räume entstehen und wie Städte, Kommunen und Immobilienwirtschaft gemeinsam neue Nutzungen ermöglichen können.

Gerade die Kultur- und Kreativwirtschaft kann hier wichtige Impulse geben. Kreative Zwischennutzungen, kulturelle Angebote und neue Formen der Zusammenarbeit tragen dazu bei, Innenstädte lebendig zu halten und Räume neu zu denken. Leerstand ist dabei nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance für Innovation und gesellschaftliche Teilhabe.

Baukultur ist Gemeinschaftsaufgabe

Der aktuelle Baukulturbericht 2026/27 steht unter dem Leitgedanken „Gestalten – Prozesse – Bauen – Zusammenhalt“. Genau diese Haltung war an der Langen Tafel spürbar. Gute Baukultur entsteht nicht allein am Reißbrett, sondern im Dialog zwischen Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und kreativen Akteuren.

Für mich war die Veranstaltung ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig Beteiligung, Austausch und interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Entwicklung unserer Städte sind.

Mein Fazit

Städte bestehen nicht nur aus Gebäuden. Sie leben von Menschen, Ideen und Begegnungen. Baukultur bedeutet deshalb, Räume so zu gestalten, dass sie Identität stiften und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

Die „Lange Tafel der Baukultur“ hat gezeigt, wie viel Potenzial im gemeinsamen Nachdenken über die Zukunft unserer Städte steckt. Und sie hat einmal mehr deutlich gemacht: Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist dabei nicht nur Nutzerin von Räumen – sie ist eine wichtige Mitgestalterin.

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